von Sina Hoyer

So wohnt der Norden: Willkommen in Svenjas wohnsinniger Welt

Im Flensburger Stadtteil Tarup wohnt Svenja vom Instagram-Account @wohnsinnigewelt in ihrem Traum von einem modernen Eigenheim. Bei meinem Besuch in ihren vier Wänden habe ich nicht nur jede Menge Wohninspiration im minimalistischen Scandi-Style gesammelt, sondern auch spannende Einblicke in Svenjas Job als Influencerin bekommen.

 

 

Die Bilder auf Svenjas Instagram-Profil stachen mir aufgrund der klaren, schwarz-weißen Linie sofort ins Auge. Ihr schlichter und geradliniger Einrichtungsstil ist für unsere „So wohnt der Norden“-Reihe eine tolle Bereicherung. Und so machte ich mich auf den Weg nach Flensburg-Tarup, denn in dem beschaulichen Stadtteil wohnt Svenja. Als sie mir die Tür mit einem super sympathischen Lächeln öffnet, fühle ich mich auf Anhieb pudelwohl. Am wunderschönen Echtholztisch nehmen wir Platz und quatschen über ihre Einrichtung und ihren Alltag als Selbstständige und Mama.

 

 

Förde Fräulein: Hej Svenja, erzähl doch mal etwas über dich.

Svenja: Hej, ich bin 31 Jahre alt, bin verheiratet und habe zwei kleine Kinder. Ich komme aus Nordfriesland und habe in Hamburg eine Ausblidung zur Immobilienkauffrau gemacht. Anschließend hat es mich als Abteilungsleiterin in einem großen Wohnungsunternehmen nach Flensburg verschlagen. Dann wurde ich Mutter und da hat meine Selbstfindungsphase begonnen.

 

Viele Funktionen in Svenjas Haus können zum Beispiel mit einer Alexa sprachgesteuert werden.

Was hat sich in dieser Phase bei dir verändert?

Früher war mein Beruf mein Leben, aber als ich Mama wurde, wusste ich ziemlich schnell, dass ich nicht in den Job zurückgehen werde. Dann bauten wir unser Haus und bei der Einrichtung habe ich mich kreativ so richtig ausgelebt. Zu der Zeit ist auch mein Instagram-Blog entstanden. Vor einem Jahr habe ich mich damit sogar selbstständig gemacht. Um trotzdem ein zweites Standbein zu haben, ließ ich mich nebenbei zur Homestagerin weiterbilden.

 

Die Babys auf den Bildern haben die Geburtsmaße von Svenjas Söhnen. 

 

Das klingt interessant. Was genau ist denn „Homestaging“?

Homestaging bedeutet, Immobilien zu Marketing-Zwecken einzurichten. Ich statte also Objekte mit Möbeln und Dekorationen aus, um sie für Besichtigungen wohnlicher und ansprechender zu gestalten. Dazu mache ich manchmal auch die Fotos für die Marketingplattformen. So habe ich meine Leidenschaft für Interieur neben Instagram zusätzlich auf einem anderen Weg zum Beruf gemacht.

 

 

Woher kommt deine Leidenschaft für Inneneinrichtung?

Ich habe damals in meinem Kinderzimmer und in meinen früheren Wohnungen schon immer viel umgeräumt. Als wir  das Haus gebaut haben, ist die Leidenschaft vollkommen entfacht. Dank meines immobilienwirtschaftlichen Hintergrunds war alles Technische zum Thema Haus schnell geregelt. Als es an die Einrichtung ging, habe ich mich ganz neu entdeckt. Es kamen nach und nach immer mehr Ideen dazu und so wuchs meine Leidenschaft für schöne Einrichtung.

 

In ihrer kleinen Holzküche können Svenjas Kinder sich das Kochen bei der Mama abgucken.

 

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich würde meinen Stil als skandinavisch-modern beschreiben. Beim Scandi-Style gibt es den etwas „wilderen“, hyggelig-gemütlichen Stil und den extrem minimalistichen Stil. Ich ordne mich irgendwo dazwischen ein,. Vielleicht sogar eher mit einem kleinen Hang zum Minimalismus, denn ich mag es einfach stimmig, hell und aufgeräumt. Dazu liebe ich Naturholz, Schwarz und Weiß – schlicht und ergreifend.(lacht)

 

Wo shoppst du deine Möbel?

Dank Instagram arbeite ich mit vielen Interieur-Unternehmen zusammen. So bekomme ich wirklich viele Einrichtungsgegenstände für Kooperationen gestellt. Sonst investiere ich mittlerweile gerne in hochwertige Möbelstücke und schaue mich bei skandinavischen Designern um. Vieles kaufe ich aber nach wie vor beim „Schweden“ ein. Die Mischung macht‘s, finde ich.

 

Beeinflusst dich das Mama-Sein in deinem Einrichtungsstil?

Bei schönen Kindermöbeln und Spielsachen geht mir das Herz auf. Heute muss es zum Glück nicht immer quietschebunt und aus Plastik sein. Bei uns spielen wir alle zusammen im Wohnzimmer und danach werden alle Spielsachen in das Indianerzelt geworfen – das ist echt eine Geheimwaffe für ein aufgeräumtes Kinder- und Wohnzimmer.

 

 

Was waren deine Vorstellungen beim Hausbau?

Wir wollten auf jeden Fall einen riesigen Wohn- und Essbereich haben, damit das Familienleben zusammen in einem Raum stattfinden kann. Der Bereich ist auch mein Herzstück des Hauses. Dafür sind die Zimmer in der oberen Etage bewusst etwas kleiner, damit die gesamte Rasselbande immer wieder gesammelt an einem Ort zusammenkommt.

 

 

In Pauls Zimmer entdecke ich in jeder Ecke seine Lieblingskreaturen: Dinos.

Warum habt ihr in Flensburg euer Haus gebaut?

Mein Mann ist hier in Tarup aufgewachsen und ich habe lange in Flensburg gearbeitet. Generell aber lieben wir den Norden und könnten uns auch gar nicht vorstellen, irgendwo anders zu leben. Ich mag so Tagestrips in die Großstadt total, aber hier zu Hause ist alles ein bisschen langsamer und diese Gelassenheit liebe ich. Natürlich darf man die Nähe zum Meer nicht vergessen, das ist schon ein wirkliches Privileg.

 

Sohn Henri hat seine eigene Sprossenwand zum Austoben im Kinderzimmer.

 

Lass uns über deinen Instagram-Account sprechen. Du hast mit deinen über 60.000 Followern eine riesige Reichweite – wie hat sich das entwickelt?

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung. (lacht) Anfangs habe ich mich mehr auf Interieur-Inhalte fokussiert, aber mittlerweile teile ich auch viel aus meinem Alltag. Das ist daraus entstanden, dass meine Follower auf Instagram gerne den Menschen hinter dem Account kennenlernen wollten. Außerdem habe ich nur das eine Haus und da wiederholt sich irgendwann einfach alles mal. Die Lifestyle-Themen ermöglichen mir somit schönen Content und anscheinend kommt das bei den Leuten gut an.

 

Den Instagram-Account betreibt Svenja seit zwei Jahren, seit einem Jahr ist sie damit selbstständig.

Was sagen deine Familie und Freunde zu deinem Job als Influencerin?

Am Anfang wurde ich nur belächelt. Es ist ist ja auch noch ein recht neuer Beruf und viele wissen einfach nicht, wie viel Arbeit hinter so einem Account wirklich steckt. Oft höre ich das Vorurteil, ich bekäme ja alle Sachen geschenkt und müsse dafür nur schnell ein Foto knipsen. Um Kritiker zu beruhigen, kann ich mein zweites Standbein, das Homestaging anführen. Das erlaubt mir zudem auch außerhalb meiner eigenen vier Wände kreativ zu werden und fordert mich auf einer ganz anderen Ebene.

 

 

Welche Einrichtungstipps kannst du den Förde -Fräulein-Lesern geben?

Ein Tipp ist, sein Haus mit einigen wenigen, aber dafür hochwertigen und besonderen Teilen aufzuwerten. Natürlich muss man nicht nur teure Möbel haben, denn man bekommt auch super viele Designermöbel Second Hand! Und ich würde empfehlen, einen einheitlichen Faden durch die gesamte Einrichtung zu ziehen. Bei mir sind es die schlichten, gedeckten Farben, geometrischen und geradlinigen Formen und viel Schwarz, Weiß und Holz. Das bringt ein stimmiges Konzept und Ruhe in die Bude. Und zu guter Letzt: Weniger ist mehr.

 

 

 

Für mich als verspielte Dekotante ist Svenjas moderner, skandinavischer Wohnstil zunächst ungewohnt. Sie hat mir aber bei unserem Treffen gezeigt, wie man mit schlichten Einrichtungsgegenständen ein stimmiges Gesamtbild zaubern kann,  ohne jede Ecke mit Dekoration zu tapezieren. Ich bedanke mich bei Svenja für diese augenöffnende Erfahrung und den zauberhaften Vormittag in ihrem schönen Eigenheim.

 

 

Möchtest du jetzt mehr von Svenja und ihren skandinavischen Wohntraum sehen? Dann schau doch mal auf ihrem Instagram-Profil oder auf ihrem Blog vorbei. Auf ihrer Homestaging-Webseite siehst du noch mehr Einrichtungsideen von Svenja.

Welchen Einrichtungsstil bevorzugt du?

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Sina Hoyer

Wenn ich morgens vom Möwengeschrei und dem Horn der großen Fähren geweckt werde, weiß ich, warum ich Kiel und den Norden so liebe. Geboren hinterm Deich, aufgewachsen in der tiefsten Schleswig-Holsteiner Marsch und nun Wahl-Kielerin, durch und durch Nordlicht also. Am wohlsten fühle ich mich am Meer, wenn eine steife Brise pfeifft und das norddeutsche Schietwetter tobt. Als waschechtes Küstenkind liebe ich meine raue Heimat und dieses Gefühl möchte ich gerne mit Euch teilen.