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von Lene Rusbült

Himmlische Stunden im Café Dreimaster

Seit einiger Zeit duftet es in den Gemäuern der Kieler Petruskirche nach dampfendem Kaffee, frisch gebackenem Kuchen und herzhaften Suppen. Denn hier hat sich Ann-Kathrin Lück ihren Traum vom einem Café erfüllt. Ich habe dem Café Dreimaster in der Wik einen Besuch abgestattet und zeige dir, warum du dort unbedingt vorbeischauen solltest.

 

Als ich erfahren habe, dass sich hinter dem Klinkerwerk der Petruskirche ein Café versteckt, war ich zunächst stutzig. Ich hatte das Klischee eines Gemeindecafés vor Augen: schlichte Birkentische, abwischbare Wachsdecken und Thermoskannen, gefüllt mit eher mittelmäßigen Brühkaffee. Bei meinem Besuch im Café Dreimaster in der Wik wurde ich jedoch von der ersten Sekunde an eines Besseren belehrt.

 

 

Willkommen im Café Dreimaster

Ich erwische mich, wie mir ein leises „Wow“ entfährt, als ich durch die weiße Tür des Dreimasters trete. Vor mir erstreckt sich ein gigantischer Gewölberaum. Die hohen Decken sind in ein freundliches Weiß mit grauen Akzenten getaucht. Anstelle der schlichten Birkentische, finde ich helle Shabby-Chic-Möbel und anstatt der Thermoskannen, eine eindrucksvolle Siebträger-Kaffeemaschine, an der ein Barista gerade einen Cappuccino mit Latte Art zaubert.

 

 

Im süßen Tortenhimmel

Mein Staunen sieht man mir ganz offensichtlich an. „So wie dir geht es vielen, die das Café zum ersten Mal betreten“, lacht Pächterin Ann-Kathrin, während sie ein Stück Pflaume-Zimt-Kuchen aus der Theke holt. Die Auslage ist prall gefüllt mit süßen Leckereien – von Möhrenkuchen über Schwarzer Peter bis hin zu Käse-Sahne-Torte. An dem saftigen Schoko-Nuss-Kuchen komme ich nicht vorbei. Dazu bringt mir Ann-Kathrin einen Cappuccino, der kunstvoll mit einem Milchschaumherz verziert ist.

 

 

Alle Kuchen werden von Ann-Kathrin und ihrem Team selbst gebacken. Dabei achten sie darauf, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Wenn ein Kuchen optisch missglückt, wird er nicht weggeschmissen, sondern in ein anderes köstliches Dessert verwandelt.

 

 

Der Traum vom eigenen Café

Als die Kirche vor einigen Jahren renoviert wurde, hatte der Pastor der Gemeinde große Pläne für den freien Gewölberaum. Er wollte einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, Kaffee trinken können und eine schöne Zeit haben. In Ann-Kathrin fand er die perfekte Pächterin, um seine Vision umzusetzen.

 

 

Eigentlich kommt die Bordesholmerin aus einer ganz anderen Branche ohne Gastro-Erfahrung. „Ich habe BWL im Bereich Automobile studiert, habe aber schon lange von einem eigenen Café geträumt. Das liegt wohl auch an meinem Lieblingsfilm „Grüne Tomaten“. Ich konnte mich sehr mit der Protagonistin Idgie identifizieren, die ebenfalls ein Café betrieben hat“, schwärmt Ann-Kathrin mit einem Lächeln im Gesicht.

 

 

Der Cappuccino ist köstlich. Und er hat ein Aroma, das mir durchaus vertraut ist. Kein Wunder, denn die Bohnen für ihren Kaffee bezieht Ann-Kathrin vom Bakelit, das frisch gebackene Brot für die belegten Stullen von der zugehörigen Bäckerei Bornhorst. Neben süßem Kuchen wirst du im Café Dreimaster nämlich auch mit herzhaften Suppen, Quiche oder eben Stullen mit selbstgemachtem Aufstrich verwöhnt.

 

 

Ein Paradies für Kinder

Das Café ist gut besucht. Eine Gruppe sitzt an einem langen Tisch und isst Kuchen. Auf einer Bank mit kuscheligen, grauen Kissen sitzt eine junge Frau und liest ein Buch, während sie sich gedankenverloren an ihren Kaffee klammert. In einer kleinen Sitzgruppe direkt unter einem der gigantischen Fenster hat eine Familie mit zwei Kindern Platz genommen. Kaum haben die Lütten ihren Kakao bekommen, stürzen sie aus dem Raum.

 

 

Verwundert über diesen raschen Aufbruch gucke ich Ann-Kathrin an. Sie lacht nur und klärt mich über das Kinderparadies auf, das sich in einem angrenzenden Raum befindet. „Familien schätzen unseren Spielraum sehr. Wir haben ihn mit Spielsachen, Büchern und einem Stoffhaus ausgestattet. Die Erwachsenen können in Ruhe Kaffee trinken und Kuchen essen, während die Kids spielen. Natürlich dürfen die Eltern ihre Speisen auch mit in den Raum nehmen und ihnen Gesellschaft leisten, wenn sie möchten.“

 

 

Ein Kleinod in der Wik

Ich freue mich, das Café am Dreimaster in der Wik entdeckt zu haben. Die historischen Gemäuer, die köstlichen Speisen, der fantastische Kaffee und nicht zuletzt die Gastfreundschaft von Ann-Kathrin und ihrem Team machen diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Ein Ort, um dem Alltag einen kurzen Augenblick zu entfliehen.

 

 

Anker

Café Dreimaster
Weimarer Straße 3, Kiel
Website / Facebook / Instagram

 

In diesem Beitrag zeige ich dir noch viele weitere Lieblingscafés in Kiel.

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2 comments

  1. Martina Kuballa

    Dort war mein Kindergarten, lange her, so ca. 50 Jahre

  2. Joanna

    Danke für diesen Beitrag. Ich wusste nicht, dass ich dort ein Cafe befindet. Super Tipp, danke danke , werde bald vorbei schauen.

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Lene Rusbült

Als geborene Kieler Sprotte gehört mein Herz der Stadt am Meer und allem was dazu gehört. Ich liebe die Nähe zur Küste, das Rauschen der Wellen und sogar das klassische „Kieler Wetter“. Das Geschrei der Möwen und das durchdringende Tuten der großen Pötte gehört für mich genau so zum Lebensgefühl dazu wie sandige Schuhe und eine stets frische Brise. Auf Förde Fräulein möchte ich alle an diesem Kielgefühl teilhaben lassen und das wohl schönste Fleckchen Erde – den Norden – mit euch erkunden.