Lieblingsecken in Kiel: Der Alte Botanische Garten

Kieler Ecken: Der Alte Botanische Garten

In den letzten Monaten habe ich dich auf Entdeckungstouren durch ganz Schleswig-Holstein mitgenommen. Meine Heimatstadt Kiel kam dabei ehrlich gesagt ein wenig zu kurz. Das möchte ich ändern und dir regelmäßig meine Kieler Lieblingsecken vorstellen. Ob ganze Stadtteile und Parks, Strände oder Sitzbänke, Wege oder Läden – es gibt Ecken in Kiel, die sind einfach magisch. So auch der Alte Botanische Garten.

Hinter unscheinbaren Toren verstecket sich eine kleine Oasen der Ruhe im bunten Treiben unserer Stadt: Damit meine ich den Alten Botanischen Garten im Schwanenweg.

Man kann kaum glauben, dass so ein wunderschönes Paradies mitten in Kiel liegt. Nur wenige Gehminuten von den grauen Baustellen unserer Innenstadt entfernt. Als würden zwei Welten direkt nebeneinander liegen. Denn Kiel befindet sich schon eine Weile in einem Wandel, der unsere Fördestadt hoffentlich zum Positiven verändern wird.

 

Lieblingsecken in Kiel: Der Alte Botanische Garten

Komm‘ mit in einen Garten Eden

Hinter dem schmiedeeisernen Tor im Schwanenweg erstreckt sich ein duftendes Paradies. Dort tauchst du ein in ein Meer aus Blüten und Knospen. An jeder Ecke kannst du einzigartige und exotische Sträucher in allen erdenklichen Farben entdecken, die dich einladen, den verschlungenen Pfaden des Gartens zu folgen.

 

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Eine flache Holzbrücke führt dich über einen verwachsenen Teich direkt zu einem kleinen Fachwerkgebäude, dem ehemaligen Pumpenhäuschen. Heute wird es als Gerätehaus genutzt, seine Magie hat es aber dennoch nicht verloren.

 

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Wie ein Hexenhaus aus den Märchen der Gebrüder Grimm erscheint kurz darauf das ebenfalls im Fachwerkstil erbaute Literaturhaus Schleswig-Holstein in deinem Sichtfeld.

Eingerahmt von großen Bäumen mit weit ausladenden Ästen sieht das 1906 erbaute Haus des früheren Garteninspektors aus wie ein kleines Knusperhäuschen. Regelmäßig werden hier literarische Lesungen und Ausstellungen veranstaltet. Infos dazu findest du hier.

 

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Von exotischen Pflanzen umgeben

Das etwa zweieinhalb Hektar große, hügelige Gelände des Alten Botanischen Gartens ist geprägt durch exotische Pflanzen wie Ginkgobäume, japanische Nadel-Wacholder und die ältesten und höchsten Urmammutbäume des europäischen Festlandes. Es gibt so viel zu entdecken. Über schmale Wege gelangst du zu unterschiedlichen Kleinbiotopen, vorbei an Hängen mit einer Vielzahl von Sträuchern und Stauden.

 

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Wusstest du, dass …

der so genannte Alte Botanische Garten schon der vierte Botanische Garten der Stadt Kiel war und auf einen 1825 nach englischem Vorbild angelegten privaten Landschaftspark zurückgeht? Bei der Umgestaltung zum wissenschaftlichen botanischen Gelände 1884 wurden der alte Baumbestand und die ästhetische Funktion als Gartenkunstwerk mit geschwungenen Wegen, Rasenflächen und einem Schwanenteich berücksichtigt.

Die Gründer wollten nicht nur den wissenschaftlichen Anspruch erfüllen, sondern den Stadtbürgern auch einen schön gestalteten, öffentlichen Park zugänglich machen. An diesem grünen Herzen der Stadt können wir uns nun auch über 100 Jahre später noch erfreuen.

 

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Überall blüht es. Ab Mai ist der Garten vollständig aus seinem Winterschlaf erwacht und begrüßt dich mit leuchtenden Farben. Satte Grüntöne von jungen Farnen strahlen im Frühjahr mit dem Rot der Zierquitte um die Wette.

Besonders gut gefallen mir die verschiedenen Obstblüten, die allerlei Insekten anlocken. Kleine Bienen tragen eifrig Pollen und Nektar zusammen, schweben unaufhaltsam von Blume zu Blume. Ein munteres Summen erfüllt die klare, warme Luft.

 

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Ein ruhiges Fleckchen im bunten Treiben der Stadt

Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken, wenn du den Hügel im Zentrum der Anlage weiter hinaufsteigst: Die versteckt liegenden Wiesen neben dem verspielten, spätromantischen Aussichtspavillon auf dem höchsten Punkt des Geländes laden dich auf ihrem weichen Bett zum Träumen und Picknicken ein. Die Zeit scheint stillzustehen, während du am Fuße einer Magnolie dem Lichterspiel im rosa Blätterdach zusiehst.

 

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Die Aussichtsplattform des Pavillons, die durch eine schmale Außentreppe erklommen werden kann, wird überwölbt von einer Krone aus filigranem Eisengeflecht. Den Abschluss des Daches bildet ein zentrales Lotusblüten-Ornament, ein traditionelles Zeichen für Botanische Gärten.

Von der kleinen Bank auf der Plattform aus kannst du entspannt die Kieler Förde überblicken, während du das warme Streicheln der Sonne in deinem Gesicht genießt.

Und hast du gewusst, dass du hier unter freiem Himmel sogar heiraten kannst? In dieser besonderen Atmosphäre werden sowohl die Trauung als auch ein anschließendes Brautpaar-Fotoshooting zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Lieblingsecken in Kiel: Der Alte Botanische Garten

 

Alter und Neuer Botanischer Garten

Seit dem Umzug des Botanischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf das heutige Universitätsgelände und der Eröffnung des neuen Botanischen Gartens 1985 in der Olshausenstraße herrschte zunächst Unklarheit über das Fortbestehen der alten Parkanlage. Glücklicherweise konnten verschiedene Bebauungspläne abgewiesen werden, sodass uns der Alte Botanische Garten bis heute in seiner Gesamtheit als Natur- und Kulturdenkmal erhalten geblieben ist.

Das 350. Gründungsjubiläum der Kieler Botanischen Gärten in diesem Jahr wäre doch ein passender Einlass, um dieser wundervollen Grünanlage (mal wieder) einen Besuch abzustatten, was meinst du?

 

Lieblingsecken in Kiel: Der Alte Botanische Garten

Alter Botanischer Garten 
Schwanenweg 14, Kiel

Warst du schon einmal im Alten Botanischen Garten?

Ich freue mich darauf, dir schon bald meine anderen Lieblingsecken aus Kiel zu zeigen!

Ahoi, deine Finja

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2 comments

  1. Petra Kristall

    Im Juli kommen mein Mann und ich zum ersten Mal nach Kiel. Schön, dass Du uns Kiel auf so wundervolle Weise vorstellst. Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Bericht!