Subrosa: Ein zweites Wohnzimmer

Im Subrosa in Gaarden treffen unterschiedlichste Menschen zusammen, um bei alternativer Musik von Punkrock bis Hip-Hop Kaffee und Kuchen, vegetarisches und veganes Essen oder leckere Drinks zu genießen.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Subrosa durch den Tipp eines Freundes, als ich Auftrittsmöglichkeiten in Kiel gesucht habe. Kurze Zeit später stand ich mit meiner Band Goodwill Intent auf der Bühne. Wir hatten einen tollen Abend, viele Freunde waren dabei. Ich war sofort begeistert von der gemütlichen und freundlichen Atmosphäre und beschloss, noch einmal vorbeizuschauen, um noch mehr zu entdecken. Denn das Subrosa ist nicht nur eine Kneipe: Es ist gleichzeitig ein gemütliches Café, ein vegetarisches und veganes Restaurant.

Ob Punk, Bankkaufmann oder die ganze Familie: Im Subrosa sind alle willkommen – wichtig ist, dass man sich gegenseitig Respekt entgegenbringt und niemand diskriminiert wird. „Hier kann sich jeder wohlfühlen“, sagt Mathias, der mich zusammen mit Alex bei meinem zweiten Besuch im Subrosa begrüßt. Das gilt auch für die Mitarbeiter: „Für das Kollektiv ist es ein zweites Wohnzimmer“, beschreibt Alex.


Alex arbeitet hier seit einem halben Jahr, Mathias seit drei Jahren. Beide waren zuvor Stammgäste und haben sich dann entschlossen, aktiv dabei zu sein. Sie gehören zu den fast 20 Mitarbeitern, die das Subrosa im Kollektiv betreiben. Das Team verwaltet das Lokal selbst: Jeder hat bestimmte Zuständigkeiten und bringt sich engagiert ein. Entscheidungen werden gemeinsam bei den wöchentlich stattfindenden Plenumssitzungen getroffen.

„Es ist unser Laden, keiner redet uns rein. Man kann sich hier kreativ einbringen“, erklärt mir Tim, der ebenfalls zum Kollektiv gehört und zwischenzeitlich zur Tür hereingekommen ist. Dass die Kollektivmitglieder hier alles nach ihrem Geschmack gestalten, ist auf den ersten Blick zu erkennen: An den Wänden und Pfeilern sieht man Plakate von Punkrock-Bands, die dem Subrosa seinen besonderen Charme verleihen. Dazu kommen etwa ein Totenkopf mit Hasenohren und Sonnenbrille, ein Bücherregal mit politischen Zeitschriften und Büchern neben Vintage-Möbeln, und überall sind Aufkleber mit politischen Statements verteilt.

Während ich mich umschaue, duftet es bereits im ganzen Raum nach leckerem Essen. Ich frage Mathias und Alex, was ich unbedingt probieren sollte. Die beiden empfehlen mir den Rosiburger. Ich bestelle die Variante mit veganem Käse, dazu noch Gemüsebratlinge. Das Essen bereitet Marion zu, die schon seit 16 Jahren Teil des Kollektivs ist. Von dem Burger bin ich völlig begeistert – und das, obwohl ich Fleischesser bin. Alle Zutaten sind frisch, die Soßen sind selbstgemacht und perfekt abgeschmeckt und die Bulette aus Soja und verschiedenem Gemüse ist schön würzig. Dazu gibt es leckere, ebenfalls selbstgemachte Pommes. Zu den krossen Gemüsebratlingen gibt es verschiedene Dips, zum Beispiel vegane Mayonnaise und Currysoße.

Nach dem Essen bringt Alex mir noch ein Getränk mit dem Namen „Florida Rolf“ – mit Schuss. Klingt komisch, schmeckt aber super. Bananen-Sojamilch und Maracuja, dazu ein wenig Wodka. Ich genieße das fruchtige, erfrischende Getränk und unterhalte mich weiter mit Tim. Er spielt in einer Punkrock-Band, wie sich irgendwann herausstellt, zusammen mit einem Freund von mir, den ich bereits aus Kindertagen kenne. Ich bleibe noch eine ganze Weile – und fühle mich hier richtig wohl. Genauso wie die Familie, die sich wenig später an einen Tisch setzt, um im Kneipenkollektiv Subrosa gemeinsam einen Geburtstag zu feiern.

Mittlerweile ist das Subrosa übrigens seit 20 Jahren ein zweites Wohnzimmer für alle, denen es hier gefällt. Das wird natürlich gebührend gefeiert, mit Veranstaltungen wie zum Beispiel der Riesen-Geburtstagsparty am Freitag, den 18. September. Ich freue mich schon darauf!

Fotos: Kathrin Knoll

Besuche:

Subrosa
Elisabethstr. 25, Kiel
Tel.: (0431) 64 08 50 46
Website
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Öffnungszeiten: Di–So 16h–1 Uhr, Café ab 16 Uhr, Küche von 18–22 Uhr, Kneipe bis 1 Uhr

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Jan Lohmann

In die Fördestadt verschlagen hat es mich, als ich mein Studium begonnen habe – und seitdem möchte ich hier nicht mehr weg. Egal ob beim Schiffegucken an der Förde, Laufen im Park oder Kochen zuhause, hier fühle ich mich wohl. Und immer wenn ich denke, die Stadt bereits wie meine Westentasche zu kennen, finde ich wieder etwas Neues. Das Kiel, das ich dabei entdecke, möchte ich gerne teilen – mit Ur-Kielern, Wahl-Kielern, Nicht-Kielern und allen, die Kieler werden wollen!