Der Alte Mann und das Meer

Direkt neben dem Stadt- und Schifffahrtsmuseum hat sich „Der Alte Mann“ niedergelassen. Der Name des Lokals, für den ein Literaturklassiker von Hemingway als Vorlage dient, hat mich neugierig gemacht – und so habe ich mich aufgemacht zu einer Entdeckungsreise in das gemütliche Bistro und Café mit Fördeblick.

Als ich hereinkomme, begrüßt mich Igor mit einem freundlichen Lächeln und bereitet mit zuerst einmal einen Cappuccino zu. Zusammen mit seinem Kumpel Jens, den er schon aus Studienzeiten kennt, hat er das Lokal direkt an der Förde im April 2014 eröffnet. Igor erzählt mir, dass Jens die Idee für den Namen hatte. „Wir waren uns dann aber schnell einig – wir haben einen dezenten maritimen Bezug geschaffen, aber ohne Kitsch. Außerdem lässt sich der Name gut personalisieren und viele Gäste lassen sich neben dem Schild vor der Tür fotografieren“, erklärt mir der gutgelaunte Inhaber.

Ich nehme einen Schluck von dem perfekten, aromatischen Cappuccino und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. In jedem Winkel erkennt man den unaufdringlichen und geschmackvollen maritimen Einschlag: Auf den Tischen sind Teelichter mit Strandsand und Muscheln platziert, auf den aus Holz gefertigten Speisekarten findet man die Koordinaten des Standorts des Lokals und die Stühle aus Metall spielen auf die technische Seite der Seefahrt an. Durch eine große Scheibe in Richtung Museum kann man eine ehemalige Fischhalle beobachten, der Anblick der Boote macht das Bild komplett.

Igor und Jens haben mit der Einrichtung des Lokals ein feines Händchen bewiesen – und das kommt nicht von ungefähr. Die beiden haben jede Menge Erfahrung in der Gastronomie, sie waren zuvor Inhaber des Exlex am Ziegelteich und des nur wenige Meter entfernten Weltruf. Die Szene-Kneipe und das beliebte Kieler Partyschiff haben sie aber kurz nacheinander aufgegeben: „Wir können uns nicht mehr die Nächte um die Ohren schlagen, da Jens Vater ist. Nun haben wir hier einen ganz, ganz schönen Ort, um zu arbeiten“, erklärt Igor zufrieden.

Während wir zusammensitzen, sehe ich mir die Speisekarte genauer an. Was darauf zu finden ist, lässt sich am besten als rustikale Bistroküche beschreiben. „Wir möchten Essen bieten, das eine gute Qualität hat und nicht überkandidelt ist – Einheimische, Touristen und Kreuzfahrer sollen sich bei uns wohlfühlen“, sagt Igor und empfiehlt mir eine Platte mit Käsebroten, während hinter ihm ein Segelschiff über die Förde schippert.
Da sage ich natürlich nicht nein. Das Holzofenbrot, das ich anschließend bekomme, ist mit herzhaftem, würzigem Käse belegt, den „Der Alte Mann“ von einem Hof aus der Region bekommt. Als Beilage gibt es einen fein marinierten Salat. Ich nehme das leckere Essen zusammen mit einer erfrischenden Rhabarberschorle mit nach draußen und genieße die Sonne und den direkten Blick auf das Wasser. Das einfache Gericht überzeugt mich durch die perfekte Machart und die hochwertigen Zutaten.
Anschließend genieße ich noch ein wenig die frische Luft an der Förde und mir kommt wieder in den Sinn, was mir Igor zuvor zu seinen Plänen gesagt hat: „Das hier ist ein Konzept, mit dem man alt werden kann.“ Irgendwie passend, finde ich, und denke an einen alten Mann und das Meer …

Verlosung:
Wir verlosen drei 20-Euro-Gutscheine für „Der Alte Mann“. Einfach den Facebook-Beitrag liken und in einem Kommentar darunter die Person markieren, mit der Du den Gutschein einlösen möchtest. Teilnahmeschluss ist Montag, der 31. August, um 12 Uhr. Viel Glück!

Besuche:

Der Alte Mann
Wall 65, Kiel
Tel.: (0431) 90 88 42 08
Website
Facebook
Öffnungszeiten: So–Mi 10–20 Uhr, Do–Sa 10–22 Uhr

Fotos: Kathrin Knoll

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Jan Lohmann

In die Fördestadt verschlagen hat es mich, als ich mein Studium begonnen habe – und seitdem möchte ich hier nicht mehr weg. Egal ob beim Schiffegucken an der Förde, Laufen im Park oder Kochen zuhause, hier fühle ich mich wohl. Und immer wenn ich denke, die Stadt bereits wie meine Westentasche zu kennen, finde ich wieder etwas Neues. Das Kiel, das ich dabei entdecke, möchte ich gerne teilen – mit Ur-Kielern, Wahl-Kielern, Nicht-Kielern und allen, die Kieler werden wollen!