Von Ankern, Nixen und Seepferdchen

Ich trage ihn seit über zwei Jahren fast täglich: meinen heißgeliebten Ankerring vom Kieler Label Neptunsgeschmeide. Umso mehr freue ich mich, heute den Produktionsprozess des handgemachten Schmuckstücks live mitzuverfolgen. Begleitet mich auf meinem Besuch in der Werkstatt von Künstler Martin Wolke.

Es ist ein typischer Tag in Kiel: Die Herbstwolken hängen schwer und grau über dem Sporthafen Wellingdorf. Kalter Nieselregen tropft auf meine Jacke. Doch nichts kann meine Stimmung trüben, als ich auf den alten Lokschuppen zulaufe. Dieser beherbergt seit 15 Jahren die Bildhauerwerkstatt von Martin Wolke – und ich darf heute hinter die Kulissen schauen.

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Die Werkstatt

Bereits der Außenbereich lässt mich staunen. Ich entdecke lebensgroße Skulpturen aus Stein und glänzendem Kunststoff, verwitterte Torsi, mit Mündern und Ohren übersäte Köpfe und viele andere Kuriositäten. Als ich durch die Tür des Lokschuppens trete, tauche ich endgültig in eine andere Welt ein. Das hallenartige, fünf Meter hohe Gebäude ist bis zur Decke mit den unterschiedlichsten Dingen gefüllt. Wie in einem Museum.

Entlang der Wände stehen Werkbänke. Überall stapeln sich Werkzeuge, verstaut in Kisten, Schränken, auf Regalen. Dazwischen Modelle von älteren Arbeiten, Gemälde und Fotos an der Wand. Ein Nussknacker, ein Kajak, ein verrostetes Fahrrad … Auf dem Boden sind sogar noch die alten Bahngleise zu erkennen. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll.

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Die „Reisenden Riesen“

„Ein typisches Bildhauersammelsurium“, sagt Martin Wolke mit einem verschmitzten Grinsen und lässt seinen Blick durch den Raum schweifen. Sein kreatives Chaos animiert ihn immer wieder zu neuen Ideen. Bekannt geworden ist der Bildhauer, den es vor fast 25 Jahren von München in den hohen Norden verschlagen hat, durch seine „Reisenden Riesen“ in Westerland auf Sylt. Die große, grüne Figurengruppe auf dem Bahnhofsvorplatz begrüßt seit 2001 alle Insel-Besucher.

Auch das Pooldeck der AIDAmar hat Martin bereits mit seinen Skulpturen ausgestattet. Geerbt hat der 1,90 Meter große Hüne mit den dunklen Haaren sein Talent von seinem Vater, der ebenfalls Bildhauer war. Seine Mutter, von Beruf Goldschmiedin, inspirierte ihn vor über fünf Jahren dazu, sein Label „Neptunsgeschmeide“ zu gründen. Aus Zinn fertigt er in Handarbeit maritime Gürtelschließen, Schmuck und Accessoires. Kraken, Anker, Muscheln und Seepferdchen drücken Martins Liebe zum Meer aus. „Das ist eine schöne Abwechslung zu den großen Skulpturen“, erzählt mir der Vater von Zwillingsmädchen augenzwinkernd. Seine erste Kreation für Neptunsgeschmeide: eine Nixe im Rettungsring als Gürtelschließe. Diese trägt er auch heute an einem mit Metallstempeln selbstgeprägten Ledergürtel.

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Entstehung des Ankerrings

Ich selbst besitze mehrere Stücke von Neptunsgeschmeide. Doch mein absoluter Favorit ist der Ankerring, der „Glaube, Liebe, Hoffnung“ symbolisiert. „Ein maritimes Thema aus der christlichen Seefahrt“, sagt Martin, dem ich jetzt bei der Produktion eines solchen Rings über die Schulter schaue. Als Erstes schmilzt er in einem Kochtopf Zinnblöcke ein und gießt dann das flüssige Metall mit einer Kelle in die Negativform aus Silikon.

Nach kurzem Auskühlen schneidet der 44-Jährige, der zum Arbeiten eine schwarze Zimmermannshose aus Cord und ein schwarzes Hemd anhat, den Ring mit der Zange durch. Danach lötet er ihn in der gewünschten Größe wieder zusammen. Mit Schleifern und Pfeilen entfernt er nun die scharfen Kanten und poliert den Ring schließlich auf Hochglanz. Fertig!

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„Mir gefällt, dass man schnell ein Ergebnis hat“, beschreibt mir Martin, warum ihm die Arbeit für Neptunsgeschmeide so viel Spaß macht. „Außerdem lerne ich viele neue Leute kennen.“ Denn der Mann mit dem Dreitagebart und dem sympathischen Kinngrübchen verkauft seine Stücke regelmäßig auf Märkten in der Region, zum Beispiel auch bei Wind und Wetter auf dem Historischen Weihnachtsmarkt auf dem Hamburger Rathausmarkt. Dort werde ich ihm, ausgerüstet mit meiner Regenjacke, sicher einen Besuch abstatten.

Fotos: Kathrin Knoll

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Verlosung

Wir verlosen 1x den tollen Ankerring. Und so kannst du mitmachen: Werde Förde-Fräulein-Facebook-Fan, like den Facebook-Post und verrate uns, welches Stück von Neptunsgeschmeide dir besonders gut gefällt. Teilnahmeschluss: Sonntag, der 15. November, um 20 Uhr!


Kontakt:

Martin Wolke
Atelier Alter Lokschuppen
Brückenstr. 49, 24148 Kiel
Tel.: (0431) 729 89 10
Website
Alle Produkte im DaWanda-Shop


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2 comments

  1. Wundervoll im wahrsten Sinne und mit verschroben rustikalem Hauch. Einfach toll! Danke liebes Fräulein für diesen interessanten Einblick. Liebste Grüße, die Streunerin 🙂

  2. Eve

    Mir gefällt der Anker Ring besonders <3 Endlich mal was einzigartiges !

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Kerstin Klostermann

Ich bin ein echtes Nordlicht, geboren in Eckernförde und seit 12 Jahren in Kiel lebend. Durch meine Arbeit bei KIELerLEBEN habe ich die Stadt in all ihren Facetten kennen und lieben gelernt. Hier möchte ich nicht mehr weg! Besonders genieße ich den Anblick der großen Pötte von der Hörnbrücke aus oder einen gemütlichen Bummel durch die Holtenauer. Für Förde Fräulein werde ich noch tiefer in die Geheimnisse der Stadt eintauchen und für euch verborgene Schätze an die Oberfläche bringen.