Himbeerhof Steinwehr: Zu Besuch im Obstschlaraffenland

Im Sommer gibt es nichts Erfrischenderes als süßes, saftiges Obst. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht zu Erdbeeren, Kirschen oder Himbeeren im Supermarktregal greife. Noch besser schmecken die kleinen, roten Früchte direkt vom Feld. Deshalb mache ich heute einen Ausflug zum Himbeerhof Steinwehr in der Nähe von Kiel.

Es ist schon lange her, seit ich das letzte Mal auf einem Feld Früchte selbst gepflückt habe. Als Kind besuchte ich mit meiner Familie ein Erdbeerfeld bei Eckernförde. Mit Eimern in der Hand schlängelten wir uns in der Hocke durch die meterlangen Pflanzenreihen. Unter den dichten, grünen Blättern leuchteten verführerisch die knallroten Beeren hervor. Statt im Eimer landeten die kleinen Köstlichkeiten meistens direkt in meinem Mund. Einfach himmlisch!

Himbeerhof1

Himbeerhof2

Schon lange habe ich mir vorgenommen, diese Kindheitserinnerung wieder aufleben zu lassen. Rund um die Fördestadt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Obst selbst zu pflücken. Besonders idyllisch gelegen ist der Himbeerhof Steinwehr direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Er ist mit dem Auto nur etwa 25 Minuten von Kiel entfernt und auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft ist schon ein Erlebnis für sich. Bei strahlendem Sonnenschein geht es durch malerische Dörfer, vorbei an reetgedeckten Häusern, Bauernhöfen und Pferdekoppeln.

Als ich durch das Eingangstor des Himbeerhofs fahre, bin ich überrascht. So weitläufig hätte ich mir das Areal nicht vorgestellt. Ich entdecke ein imposantes, weißes Herrenhaus, mehrere große, alte Scheunen, ein Reetdachhaus, Wiesen und Koppeln. Beim Schlendern über das 250 Jahre alte Gut finde ich in jedem Winkel Schätze aus längst vergangenen Zeiten wie die Laternen aus Gusseisen oder die historische Zapfsäule. Als mir auch noch eine Pferdekutsche entgegenkommt, fühle ich mich in ein anderes Jahrhundert zurückversetzt.

Himbeerhof3

Himbeerhof4

Himbeerhof5

Himbeerhof5b

Himbeerhof6_7

Himbeerhof8

Im Hofladen werden verschiedene selbstgemachte Produkte angeboten, zum Beispiel Obstliköre, Wein und Marmelade, sowie eine große Auswahl an Deko-Accessoires im Retro-Stil. Auch Rosen kann man hier kaufen. Besonders begeistert bin ich von dem schönen Gartencafé, das auf einer saftig grünen Wiese zum Seele baumeln lassen einlädt. An mehreren Ständen werden zahlreiche Leckereien verkauft. Weil ich mich nicht entscheiden kann, nehme ich sowohl ein Stück Himbeerkuchen als auch eine frisch gebackene Waffel mit Himbeeren und Puderzucker sowie ein Schälchen Himbeerquarkspeise. Die Beeren sind ein Traum: groß, saftig, aromatisch.

Himbeerhof9_10

Himbeerhof11

Himbeerhof12

Himbeerhof13_14

Himbeerhof15

Himbeerhof16

Himbeerhof17_18

An weiteren Ständen beim Gartencafé werden zusätzlich regionale Produkte angeboten: von Wurst und Käse über selbstgebackenes Brot bis hin zu Kartoffeln und Kohlrabi. Wer keine Lust aufs Selbstpflücken hat, findet hier zudem Beerenobst aller Art. Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Blaubeeren und Brombeeren leuchten in ihren kräftigen Farben in der Auslage um die Wette. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Doch ich muss mich noch ein bisschen gedulden, denn schließlich will ich heute selbst pflücken!

Rund um den Hof erstrecken sich neben Gerste-, Weizen- und Rapsfeldern die unzähligen Obstplantagen. Insgesamt ist das Areal etwa so groß wie zehn Fußballfelder. Ich folge den Schildern zunächst in Richtung Johannisbeeren und Kirschen und pflücke die prallen, reifen Früchte direkt von den Sträuchern und Bäumen. Es liegt eine Ruhe und Zufriedenheit über den Feldern, die sich auf mich überträgt. Es tut gut, mitten in der Natur zu sein, fernab vom Stadtgetümmel. Wie in meiner Kindheit lasse ich immer wieder ein paar der süßen Beeren heimlich in meinem Mund verschwinden. Das schmeckt nach mehr!

Himbeerhof19

Himbeerhof20

Himbeerhof21a_21b

Himbeerhof22

In der Nähe des Kanals liegen die Erdbeer- und Himbeerfelder, die einen köstlichen Duft verströmen. Während ich die Pflanzenreihen entlanglaufe, sehe ich Schiffsmasten hinter den Feldern auftauchen. Ein magischer Moment. Meine Schale ist schließlich prall gefüllt mit einladend aussehenden blauen und roten Beeren. Auf dem Blumenfeld, das mich mit seiner Vielfalt und Farbpracht anstrahlt, pflücke ich noch einen kleinen sommerlichen Strauß, bevor ich alles zurück zum Hof trage.

Himbeerhof23a

Himbeerhof23

Himbeerhof23b

Himbeerhof24

Himbeerhof25

Himbeerhof26

Himbeerhof27

Himbeerhof28

Himbeerhof29

Himbeerhof30_31

Mit ein bisschen Wehmut, aber ganz viel Glücksgefühl im Bauch mache ich mich wieder auf den Heimweg – in der Gewissheit, schon bald wiederzukommen.

Fotos: Kathrin Knoll

Besuche den Himbeerhof:
Himbeerhof Steinwehr
Steinwehr 16
24796 Bovenau
www.himbeerhof.de

Hinterlasse eine Antwort