So wohnt der Norden: Sannis Bullerbü-Zauber

Auf meiner Förde-Fräulein-Reise treffe ich fast täglich interessante Menschen aus dem Norden, die mich für einen Tag in ihr Leben lassen. Einige sogar in ihr Zuhause. Freue dich auf eine neue Wohnstory in meiner Reihe „So wohnt der Norden“, und erlebe den wundervollen Bullerbü-Zauber in Sannis detailverliebten Haus in Bissee.

Vor über einem Jahr besuchte ich Sanni das erste Mal in ihrem Laden fachwerk13 in Dänischenhagen, den sie vor fünf Jahren zusammen mit ihrer Freundin Britta eröffnete. Auf Anhieb war ich begeistert von dem alten Fachwerkhaus voller Dinge, die das Leben und Wohnen bunter machen. Im Sommer drehten wir dort sogar mit RTL Nord einen kleinen Fernsehbeitrag über den Förde-Fräulein-Blog.

Als ich bei meinem Besuch auf dem Martinsmarkt in Bissee einen Blick in Sannis Haus erhaschen konnte, fragte ich sie spontan, ob ich nochmal mit meiner Kamera vorbeischauen darf. Sie hat ein so tolles Händchen für Interior, Möbelstücke und Einrichtungsideen im skandinavischen Stil, und umso mehr freue ich mich, dass ich dir das jetzt Raum für Raum zeigen darf. Achtung: Inspiration und Bullerbü-Romantik pur!

 

 

Im ländlich gelegenen Dorf Bissee liegt so viel Ruhe und Idylle in der Luft, dass ich das Gefühl habe, meilenweit vom Stadtgetümmel entfernt zu sein. Sanni begrüßt mich auf ihre gewohnt freudestrahlende, herzliche Art an der großen grünen Haustür. Hier lebt sie mit ihrem Mann, ihrer kleinen Tochter Frieda, zwei Katzen und zwei Ponys. Durch den großzügigen Eingangsbereich, in dem mir schon die ersten besonderen Möbelstücke und der niedliche Puppenwagen auffallen, folge ich ihr in den lichtdurchfluteten Wintergarten mit Blick auf weitläufige Felder.

 

 

Während Sanni mir einen Kaffee zubereitet, werde ich von ihrer kleinen Katze Mimi begrüßt. Als leicht verrückte Katzenfrau bin ich natürlich sofort verliebt und fotografiere das entzückende Wesen aus allen Winkeln. Zwischen einem rosa Kühlschrank, bunten Retro-Sesseln und umhüllt von einer blaugemusterten Tapete lausche ich Sannis Geschichten über den Traum vom eigenen Haus, neue berufliche Wege und die Liebe zu Südafrika.

 

 

Der Traum vom eigenen Haus

Ich erfahre, dass Sanni lange als Reiseredakteurin und in einer Produktionsfirma für Werbefilme gearbeitet hat, bevor sie sich dem Laden fachwerk13 widmete. Großstädte wie Hamburg oder München zählten früher zu ihren Wohnorten. „Irgendwann entschied ich mich bewusst dazu, beruflich zurückzutreten und als Mutter voll und ganz für meine Tochter Frieda da zu sein. Außerdem war es schon immer mein großer Traum, in einem eigenen Haus alles so herzurichten, wie ich es will“, sagt die gebürtige Neumünsteranerin mit einem liebevollen Lächeln.

 

 

Das alte Bauernhaus in Bissee renovierten Sanni und ihr Mann mühevoll. Dabei versuchten sie, möglichst viele alte Elemente, wie zum Beispiel urige Balken, Holzböden und Backsteinwände, so gut es geht wieder herzustellen. Auf ihrem Laptop zeigt sie mir Bilder, die das Haus vor dem Umbau zeigen. Wahnsinn, was die beiden alles geschafft haben und mit welchem Ideenreichtum sie jedem Raum eine ganz persönliche Note verliehen. „Ich hatte schon immer großen Spaß am Einrichten mit alten Möbeln und skandinavischen Wohnaccessoires.“ Davon überzeuge ich mich nun bei einem Rundgang durch die einzelnen Zimmer.

 

 

Kindheitserinnerungen an Astrid Lindgren werden wach

So ist es, als ich Zimmer für Zimmer jedes noch so kleine Detail mit der Fotolinse einfange. Die Kombination der alten Holzstühle mit nostalgischen Vintagemöbeln wie der langen Holzbank, dem Retro-Sessel und der kunterbunter Kinderküche im Wohnzimmer, entfacht diesen verträumten Bullerbü-Zauber in mir, den ich aus meinen liebsten Kinderbüchern von Astrid Lindgren kenne. So stelle ich mir ein Haus in Südschweden vor. Der kleine Kaufmannsladen aus vergangenen Zeiten passt perfekt in dieses Bild. „Die meisten Möbel habe ich beim Stöbern auf Flohmärkten entdeckt oder bekomme sie von Freunden geschenkt, die wissen, dass ich so olles Zeug mag“, sagt Sanni mit einem Augenzwinkern.

 

 

Hier könnten jeder Zeit Lotta oder Michel um die Ecke flitzen, oder? Dieses Gefühl verstärkt sich noch, als ich auf der zweiten Etage, vorbei an einem zweiten Kaufmannsladen, einem Old-School-Spielautomaten und anderen zusammengewürfelten Kleinigkeiten, einen Blick ins Kinderzimmer von Sannis kleiner Tochter Frieda werfe.

 

 

Statt den neuesten Hightech-Spielsachen sehe ich unterhalb der kunterbunten Wimpelkette an den Deckenbalken wundervolle Holzspielzeuge, gehäkelte und gebastelte Figürchen und einen roten Kinder-Schaukelstuhl. Vieles scheint aus alten Zeiten zu stammen und dennoch einen Weg in Friedas Herz gefunden zu haben. Der farbenfrohe Raum strahlt so viel Wärme, Unbeschwertheit und Liebe aus, dass ich richtig berührt bin.

 

 

Aber auch in das Gästezimmer oder in das Schlafzimmer von Sanni und ihrem Mann würde ich sofort selbst einziehen. Dort ist alles in luftigen Minttönen gehalten, die zu den Holzelementen so richtig gemütlich wirken. Besonders beeindruckt bin ich von dem selbstgebauten Schrank mit den originellen Schiebetüren aus alten Holztüren. Es ist erstaunlich, mit wie viel Fantasie und Kreativität aus alten, scheinbar unbrauchbaren Dingen, einzigartige Möbelstücke, Schränke und Anrichten gebastelt wurden.

 

 

Diese Kreativität zieht sich sogar bis in das heimelige Badezimmer fort. „Hier habe ich mir den Traum einer freistehenden Badewanne mit Fensterblick in den Garten erfüllt“, sagt Sanni mit einem großen Grinsen. Bei dem Anblick werde ich fast schon neidisch 😉 ! Hinzu kommt der robuste Waschtisch aus einer alten Holzwerkbank und ein weiteres Fenster hin zur großen Scheune neben dem Haus. Auf mich wirkt die Einrichtung so herrlich unperfekt und dadurch besonders charmant.

 

 

Bullerbü trifft Südafrika

Ich bin ganz sprachlos. So viele entzückende Deko-Ideen, wundervolle Möbel mit Geschichte und zauberhafte Details habe ich selten gesehen. Sanni hat sich dieses unbeschwerte Bullerbü-Gefühl nach Hause geholt, das einfach zum Träumen einlädt. Als große Inspirationsquelle diente ihr dabei aber auch ein sechsmonatiger Aufenthalt bei ihrer Schwester Jule, die seit 15 Jahren in Kapstadt lebt.

„Die Menschen in Südafrika haben dieses Gespür für Details und einen ganz besonderen Sinn für Ästhetik, der mich unglaublich inspiriert hat. Ich hätte dort unendlich viele Dinge kaufen können“, erzählt sie mir. Einige der Produkte, die sie dort so begeisterten, brachte sie uns sogar mit ins fachwerk13. Beim Kauf des handgemachten Schmucks, kleiner Schälchen, Perlentierchen oder der kunterbunten Kleidung ihres Labels liebtragen unterstützt du übrigens soziale Projekte in Südafrika.

 

 

Das ist Sanni besonders wichtig, denn zusammen mit ihrer Schwester gründete sie 2007 den Verein Inhlanhla e.V., der sich vor Ort für Kinder einsetzt und dafür sorgt, dass sie genug Nahrung erhalten, zur Schule gehen können, Kleidung und Medikamente bekommen. So konnte schon das Leben von einigen Kindern in eine neue Richtung gelenkt werden. Ich finde das Engagement von Sanni und Jule beeindruckend und sehr unterstützenswert. Kein Wunder also, dass mir der Umriss von Afrika beim Erkunden des Hauses immer wieder begegnete.

 

 

Ein Haus, das in meinem Kopf wundervolle Bilder meiner Kindheit, von Unbeschwertheit, Leichtigkeit, Glück, Familie, Natur, Wärme, Idylle und Ruhe gemalt hat. Danke, Sanni, dass du mich einen Tag lang in dein Zuhause eingeladen und so schöne Erinnerungen und Gedanken in mir geweckt hast! <3

 

 

Weitere Wohninspirationen und viele der abgebildeten Deko-Produkte findest du nicht nur in Sannis Laden fachwerk13, sondern auch auf ihrem und Brittas Blog Die gute Stube! 🙂

Du hast ebenfalls einen ganz außergewöhnlichen Wohnstil, deine vier Wände sind einem Wohnkatalog entsprungen oder du bastelst so gut wie alles in deiner Wohnung selbst? Dann würde ich dich gerne mit meiner Kamera Zuhause besuchen! Wenn du dich angesprochen fühlst, schreib mir gerne an foerdefraeulein@falkemedia.de!

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2 comments

  1. Sabine Johannsen

    Ich bin begeistert!Ich stand schon oft vor dem Haus(Martinsmarkt)und habe mich gefragt wie es da drinnen wohl aussieht. Vielen Dank für die Einblicke (Liebe Grüße aus Neumünster)