So wohnt der Norden: De Fischbär un sine Fru

Seit Jahren gehört die Fischbar zu meinen Kieler Lieblingsadressen. Nicht nur, weil die Fischbrötchen dort einfach am besten schmecken. Sondern auch, weil der Fischimbiss so urgemütlich und stylisch gestaltet ist. Da habe ich mich natürlich gefragt, ob der Kapitän am Steuer, Inhaber Daniel Gieseler, auch privat so schnieke eingerichtet ist. Zu meinem Glück durfte ich ihn und seine Freundin Kira in ihren vier Wänden besuchen.

 

 

Wie im Märchen

„Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einem alten Topfe, dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte; und angelte und angelte.“ So beginnt das plattdeutsche Märchen „De Fischer un sine Fru“ der Brüder Grimm. So ähnlich könnte auch die Homestory über Daniel Gieseler und Kira Heinrich anfangen. Denn die Protagonisten sind ein Fischimbiss-Inhaber und seine Freundin, der Ort eine Altbauwohnung mit Fördeblick. Aber Moment mal…Wir reden hier nicht von einem gewöhnlichen Fischimbiss.

 

 

Gutes für Kiel

Seit 2012 gehört die Fischbar an der Kiellinie zum festen Inventar Kiels. Die stylische Fischbude begeistert nicht nur mit Regionalität und Qualität. Es ist die große Detailverliebtheit, mit der Inhaber Daniel – Spitzname Fischbär – und seine Crew dem Imbiss einen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt haben. Holzverzierungen, Weinfässer als Stehtische, urige Laternen, selbstgezimmerte Möbel, zu Hockern umfunktionierte Obstkisten, gemütliche Liegestühle und Strandkörbe, Postkarten mit witzigen Sprüchen in Seemannssprache – es ist das unverwechselbare Ambiente, das einen Besuch in der Fischbar so besonders macht. Und das setzt sich sowohl in der Kneipe Hafenjunge als auch im neuen Fischbar Deli am Dreiecksplatz fort.

Bei so viel Sinn für urige Gemütlichkeit fragt man sich, wie der Kapitän am Steuer der drei Adressen eigentlich privat eingerichtet ist. Zeit für einen Besuch in seiner Kajüte!

 

 

Bauhaus meets Beachhouse

Die 136 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung im Stadtteil Gaarden, in der Daniel und Kira wohnen, ist ein echtes Juwel. Nicht zuletzt wegen des 360-Grad-Blicks auf die Kieler Förde und die Dächer der Stadt, den man genießt, wenn man über eine Leiter auf die improvisierte Dachterrasse klettert. Viele selbstgebaute Möbel aus Holz, ausgefallene Lampen, persönliche Bilder, ungewöhnliche Uhren und maritime Kleinigkeiten strahlen in den vier Wänden des Paares unglaublich viel Wärme aus.

„Bis vor kurzem war die Wohnung noch eine Junggesellenbude“, erzählt Daniel, während er Kira verliebt anlächelt. Die junge Assistenzärztin zog vor ein paar Monaten bei ihm ein und verlieh der Wohnung den letzten Schliff. Doch beginnen wir unsere Wohnungstour am besten im Treppenhaus. Denn Daniel hat dort jede Wand mit Leinwandbildern aus der Fischbar ausgestattet. Die Nachbarn freut’s! Vor der Haustür im vierten Stock hängt kein gewöhnliches Türschild. Stattdessen steht dort eine außergewöhnliche Holzskulptur mit den zwei heraus geschnitzten Buchstaben D und K.

 

 

Glück im Unglück

Spitzt man im Flur der Wohnung die Ohren, hört man Vogelgezwitscher, das nicht etwa von draußen stammt, sondern aus einer „Zwitscherbox“. „Die habe ich mir kürzlich in einem Spielwarengeschäft gekauft“, grinst Daniel. Auf der rechten Seite befindet sich die Küche. Sie ist klein, aber dennoch hell und modern eingerichtet. „Bei einem Wohnungsbrand vor ein paar Jahren wurden Küche und Flur komplett zerstört. So schlimm die Schäden auch waren, ich hatte dadurch die Möglichkeit, die Räume ganz nach meinen Vorstellungen neu zu gestalten“, erinnert sich der gebürtige Lütjenburger, dem bei dem Brand zum Glück nichts passiert ist. Besonders gut gefallen mir die Metro-Fliesen an den Wänden und die selbstgebaute Sitzecke vor dem Fenster!

 

 

Die witzigen Kissen hat übrigens Lisa von Ankerplatz Design entworfen.

 

 

Ausgezeichnet und kreativ

Am Ende des Flures befindet sich das Arbeitszimmer, in dem das große Gemälde hinter dem Egg-Chair den Betrachter in seinen Bann zieht. Die wenigsten wussten wohl, dass der robuste Unternehmer privat an der Leinwand kreativ wird. Das Bild hat Daniel selbst gemalt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Genauso wie die vielen Bilderrahmen mit Presseartikeln und Auszeichnungen der Fischbar. Absolut verdient!
Das Wohnzimmer mit der grauen Couch, den frischen Tulpen, den vielen Kissen und Dekorationen, die Kira in die Wohnung mitgebracht hat, wirkt sehr heimelig und entspannt. Auffallend ist, dass es in jedem Zimmer andere, ausgefallene Lampen zu entdecken gibt. „Daniel ist ein Lampenfetischist“, sagt Kira und lacht.

 

Die nostalgische Uhr stammt aus der ehemaligen Autowerkstatt von Daniels Großvater

 

Über einen weiteren Flur, von dem Badezimmer und Ankleidezimmer abgehen, geht es in das Schlafzimmer. Dort befindet sich das eigentliche Herzstück der Wohnung: das selbstgebaute Bett aus rustikalen Holzpaletten. Nur so und nicht anders stellt man sich die Koje des Fischbären vor. „An der Decke hat Daniel mir ein kleines Planetarium installiert“, erzählt Kira stolz und lässt die vielen Lichter erleuchten, die wie Sterne aussehen.

 

 

Die gebürtige Flensburgerin hat zudem einen Faible für Aufklapp-Bilderbücher sowie Märchenbücher, die sie dekorativ in der Wohnung drapiert. „Zum Geburtstag hat Daniel mir einen wunderschönen Band von ‚Alice im Wunderland‘ geschenkt“, erzählt sie und streicht vorsichtig über den kunstvoll verzierten Buchdeckel. Wer weiß, vielleicht wird das nächste Buch in ihrer Sammlung das Märchen „De Fischer un sine Fru“ – immerhin heiratet das Paar im Februar – und aus der Freundin wird dann passenderweise auch die Frau!

 

P.S.: Mit dem Hafenjungen und dem Fischbar Deli hat Daniel den Dreiecksplatz in Kiel neu belebt. Zusammen mit seiner Crew hat er dort 2018 viele spannende Projekte geplant. Hut ab vor so viel Engagement für unsere Fördestadt!

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2 comments

  1. Nele

    Ganz toller Bericht! Wunderschöne Wohnung und so ein symphatisches Paar! Ich freu mich wahnsinnig für euch, ihr seid ein absolutes Traumpaar! Umso mehr freut mich auch die Tatsache, dass es im Februar amtlich wird – Glückwunsch!

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Finja Schulze

Da leben, wo andere Urlaub machen? Unbedingt! Als waschechtes Küstenmädchen liebe ich die Fördestadt und kann mir keine schönere Heimat vorstellen. Ich genieße den Luxus, einfach mal einen Tag ans Meer fahren zu können, dem Meeresrauschen zu lauschen und mit Sand in den Schuhen nach Hause zu gehen. Auf Förde Fräulein möchte ich meine Liebe zu Kiel teilen und die Stadt mit all ihren Facetten zusammen mit euch immer wieder neu entdecken!