Der Mädchenladen im Bahnhof

Mit einem Bahnhof verbinden die meisten Menschen Hektik und Rauch, Dreck und Gestank, Ruß und Lärm. Zarte Pastellfarben, Perlen, weiße Spitze und Blumenduft würde dort wohl niemand erwarten. Aber genau das habe ich bei meinem Besuch bei „Blume im Bahnhof“ entdeckt und erlebt.

Bahnhöfe haben oft ein negatives Image. Es ist zugig, ungemütlich und man will sich dort nicht länger als nötig aufhalten. Und schöne Geschäfte, die wirklich Qualität bieten, gibt es dort erst recht nicht – so glauben viele. Doch im Kieler Bahnhof verbirgt sich, kurz vorm Eingang zum CAP, ein wunderschöner Blumenladen. Schon oft habe ich hier kleine, besondere Geschenke für meine Familie gekauft. Zuerst nur zufällig vor der Zugfahrt entdeckt, steuere ich den Laden inzwischen gezielt an. Dabei ist es nicht nur praktisch, dass er täglich – auch an Sonn- und Feiertagen – geöffnet hat. Es gibt dort einfach auch richtig tolle Sachen!

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Aufmacher

Als ich heute den Laden betrete, bin ich sofort wieder vom umfangreichen Sortiment beeindruckt. Neben den üblichen Schnitt- und Topfblumen gibt es so viel zu sehen, was weit über das Angebot eines normalen Blumengeschäfts hinausgeht. Zum Beispiel Wohnaccessoires: von der Retro-Wanduhr über Nachttischlampen im Landhausstil bis hin zu Etageren aus Porzellan. Ich erblicke zarte Spitzenvorhänge, pastellgrüne Fensterläden aus Holz und drei zauberhafte Vintage-Kannen mit Goldrand und Blumendekor. Um jedes kleine, liebevoll arrangierte Detail dieses bonbonfarbenen Wunderlandes zu erfassen, müsste man sich wahrscheinlich stundenlang hier aufhalten.

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Seit zehn Jahren ist Michael Weiß Inhaber von „Blume im Bahnhof“. Das Angebot sei mit den Jahren gewachsen, erzählt er mir. Dass es heute so aussieht, wie es aussieht, sei ein Verdienst seiner Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Manuela Suhren. Schon als junges Mädchen liebte die Kielerin Blumen und verkaufte ihre kleinen, selbstgebundenen Sträuße im Kaufmannsladen ihres Vaters. Heute ist sie mit voller Leidenschaft Floristin, liebt es, kreativ zu sein und mit Farben und Formen zu spielen. Mindestens ein Mal pro Woche dekoriert Manuela den Laden fast komplett um. Sie erschafft eigene, kleine Welten, die dem Kunden Geschichten erzählen. Geschichten, die oft abends auf dem Sofa in Manuelas Kopf entstehen und am nächsten Morgen direkt umgesetzt werden.

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Mit ihrer veilchenfarbenen Rüschentunika, der rosanen Strickjacke und der Blume im Haar passt sie perfekt in den „Mädchenladen“, wie er von einigen Kunden liebevoll genannt wird. Um den Hals trägt sie einen weißen, perlenbesetzten Spitzenkragen, den man hier – neben anderem romantisch-verspielten Schmuck – ebenfalls kaufen kann. Es wird nur das angeboten, was Manuela auch selbst gefällt. Ihr Zuhause hat sie im Shabby-Chic-Stil eingerichtet. Etwas, das sich hier in jedem Winkel widerspiegelt.

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Besonders gut gefällt mir das kleine, aber feine Beautyangebot: Köstlich aussehende Badepralinen und Schafsmilchseifen in Herzform, die nach Apfel oder Kornblume duften, sind ein niedliches Mitbringsel und ein ganz besonderes „Topping“ für den Blumenstrauß. Außerdem erblicke ich Backmischungen im Einweckglas vom Bauernhof Löbke. Backmischungen im Blumenladen? Ja, so unterschiedlich die Produkte auch sind – es passt erstaunlicherweise alles zusammen.

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Natürlich gibt es hier aber auch den klassischen Blumenstrauß. Weil der Herbst vor der Tür steht, bindet Manuela extra für Förde Fräulein einen herbstlichen Strauß: Sonnenblumen, Getreidebündel, grüne Beeren und Physalis, dekoriert mit Perlen, weißen Röschen, einem Häkelband, einem Holzherz und Herzseifen – einfach nur schön!

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Fotos: Kathrin Knoll

Entdecke:

Blume im Bahnhof
Sophienblatt 25–27
24114 Kiel
Tel.: (0431) 240 19 91
Website
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1 comment

  1. Melody

    Ich war auch schon in diesem besonders schön dekorierten Blumenladen im Bhf. man braucht wirklich Zeit um alles so schön dekorierte aufzunehmen, lol. Ein Besuch lohnt sich immer, dieser schöne Blumenladen ist eine Augenweide.

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Kerstin Klostermann

Ich bin ein echtes Nordlicht, geboren in Eckernförde und seit 12 Jahren in Kiel lebend. Durch meine Arbeit bei KIELerLEBEN habe ich die Stadt in all ihren Facetten kennen und lieben gelernt. Hier möchte ich nicht mehr weg! Besonders genieße ich den Anblick der großen Pötte von der Hörnbrücke aus oder einen gemütlichen Bummel durch die Holtenauer. Für Förde Fräulein werde ich noch tiefer in die Geheimnisse der Stadt eintauchen und für euch verborgene Schätze an die Oberfläche bringen.